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Der kompensatorische Auftrag der Schule

Der kompensatorische Auftrag ist ein grundlegender Teil des schwedischen Bildungssystems. Nach dem schwedischen Schulgesetz (SFS 2010:800) soll die Bildung gleichwertig sein und die unterschiedlichen Bedürfnisse und Voraussetzungen der Schüler berücksichtigen. Gleichwertigkeit bedeutet nicht, dass der Unterricht für alle identisch sein soll, sondern dass die Schule Unterschiede, die auf Herkunft und Lebensbedingungen der Schüler beruhen, aktiv ausgleichen soll. Jeder Schüler soll die Unterstützung, Anleitung und Anregung erhalten, die nötig ist, um sich in Bezug auf die Ziele der Bildung so weit wie möglich entwickeln zu können.

Im schwedischen Lehrplan für die Grundschule, die Vorschulklasse und den Schulhort (Lgr22) wird die Verantwortung der Schule für Schüler, die Gefahr laufen, die Ziele nicht zu erreichen, besonders hervorgehoben. Der Unterricht soll an die individuellen Bedürfnisse und Voraussetzungen jedes Schülers angepasst werden, während die Schule sowohl die fachliche als auch die persönliche Entwicklung fördern soll. Seit 2015 gilt mangelnde Zugänglichkeit als eine Form der Diskriminierung, was bedeutet, dass die Schule verpflichtet ist, Lernumgebungen zu schaffen, in denen alle Schüler die Möglichkeit zur Teilhabe und zum Lernen erhalten.

Die schulischen Gesundheitsdienste spielen in dieser Arbeit eine wichtige Rolle. Nach dem schwedischen Schulgesetz sollen die Maßnahmen der schulischen Gesundheitsdienste in erster Linie präventiv und gesundheitsfördernd sein und dazu beitragen, die Entwicklung der Schüler in Richtung der Bildungsziele zu unterstützen. Der Auftrag umfasst nicht nur die individuelle Unterstützung einzelner Schüler, sondern auch die Arbeit an der Weiterentwicklung der Lernumgebungen der Schule und die Schaffung guter Voraussetzungen für Lernen, Gesundheit und Wohlbefinden der Schüler. Die schwedische Schulbehörde (Skolverket, 2023) betont, wie wichtig es ist, die Arbeit der schulischen Gesundheitsdienste systematisch durchzuführen und in den Schulalltag zu integrieren, um über die Zeit nachhaltige Ergebnisse zu erzielen.

Nationale Prüfungen zeigen jedoch, dass Schulen oft mehr Gewicht auf abhelfende Maßnahmen als auf präventive Arbeit legen. Die schwedische Schulinspektion (Skolinspektionen, 2021) weist darauf hin, dass die Kompetenz der schulischen Gesundheitsdienste in der fördernden und präventiven Arbeit nicht immer voll genutzt wird, obwohl Steuerungsdokumente und Forschung die Bedeutung früher Maßnahmen hervorheben. Eine gut funktionierende präventive Arbeit ist entscheidend, um Hindernisse für das Lernen zu erkennen, das Wohlbefinden der Schüler zu stärken und zugängliche Lernumgebungen für alle zu schaffen.

Der Auftrag der Schule reicht zudem über die reine Wissensentwicklung hinaus und umfasst auch die soziale und persönliche Entwicklung der Schüler. Der Lehrplan hebt die Bedeutung einer sicheren Schulumgebung, des Respekts vor den Menschenrechten sowie der Entwicklung von Empathie, Verantwortungsbewusstsein und Kooperationsfähigkeit hervor. Die Schule soll Diskriminierung und herabwürdigender Behandlung aktiv entgegenwirken und darauf hinarbeiten, eine Umgebung zu schaffen, die von Sicherheit, Teilhabe und Respekt geprägt ist. Die präventive und gesundheitsfördernde Arbeit der schulischen Gesundheitsdienste wird damit zu einem zentralen Bestandteil, um gleichwertige Möglichkeiten für Lernen, Entwicklung und Teilhabe für alle Schüler sicherzustellen.