Sozioemotionales Training
Sozioemotionales Lernen, oft als SEL abgekürzt, befasst sich mit der Entwicklung von Fähigkeiten, die Kindern und Jugendlichen helfen, ihre Gefühle zu verstehen und zu bewältigen, in Beziehungen zu funktionieren und im Alltag gute Entscheidungen zu treffen. Dabei kann es zum Beispiel darum gehen, Stress bewältigen, mit anderen zusammenarbeiten und Konflikte konstruktiv lösen zu können.
Die Forschung zu einem schwedischen Programm für soziales und emotionales Training aus dem Jahr 2008 von Birgitta Kimber, Rolf Sandell und Sven Bremberg zeigt, dass solche Maßnahmen in der Schule einen großen Unterschied machen können. Über einen Zeitraum von fünf Jahren zeigte sich, dass teilnehmende Schüler eine bessere psychische Gesundheit und stärkere soziale Fähigkeiten entwickelten.
Was machte den größten Unterschied?
Die Forschung weist insbesondere auf drei wichtige Faktoren hin.
Langfristigkeit und Regelmäßigkeit
Kurze Projekte oder einmalige Maßnahmen reichen nicht aus – die Arbeit muss über die Zeit fortgeführt werden. In der Schule kann das zum Beispiel bedeuten, dass man soziale Fähigkeiten jede Woche übt, Jahr für Jahr an denselben Zielen arbeitet und die Schüler immer wieder zu Themen wie Gefühlen, Empathie und Zusammenarbeit zurückkehren lässt. Genau wie in Mathematik wird man besser, wenn man über einen längeren Zeitraum regelmäßig üben kann.
Die Lehrkraft leitet die Arbeit
Die Arbeit funktioniert am besten, wenn die eigenen Lehrkräfte der Schüler das Training leiten und nicht externe Personen, die nur vorübergehend hinzukommen. Wenn die Klassenlehrkraft Übungen, Gespräche und Reflexionen leitet, wird die Arbeit zu einem natürlichen Teil des Unterrichts und des Schultags. Die Schüler erhalten dann Unterstützung von einer erwachsenen Person, zu der sie bereits eine Beziehung haben, was sowohl Sicherheit als auch Engagement stärkt.
Ganzheit und Struktur
Damit SEL-Maßnahmen Wirkung zeigen, muss die Arbeit klar und strukturiert sein. Dabei kann es zum Beispiel darum gehen, mehrere Fähigkeiten parallel zu üben – etwa Zuhören, Zusammenarbeiten und den Umgang mit Konflikten – sowie Rollenspiele einzusetzen, in denen die Schüler Alltagssituationen üben können. Wenn die Arbeit in klaren Schritten aufgebaut ist, entwickeln die Schüler Fähigkeiten, die zusammenhängen und in der Praxis angewendet werden können.
Zusammenfassung
Die Forschung zeigt, dass soziales und emotionales Lernen am besten funktioniert, wenn es:
- langfristig ist
- Teil des regulären Unterrichts ist
- strukturiert ist und mehrere Fähigkeiten umfasst.
Dies ist eine der vielen Studien, die zugrunde liegen, wie wir in Pomelo mit sozialem und emotionalem Lernen arbeiten.
Kimber, B., Sandell, R., & Bremberg, S. (2008). Social and emotional training in Swedish schools for the promotion of mental health: An effectiveness study of 5 years of intervention. Health Education Research, 23(6), 931–940.