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Positive Pädagogik

Positive Pädagogik ist eine Denkweise über Unterricht, bei der das Ziel nicht nur ist, dass Schülerinnen und Schüler die Schulfächer lernen, sondern sich auch als Menschen entwickeln und sich wohlfühlen. Diese Perspektive beruht auf Forschung aus der positiven Psychologie und den Bildungswissenschaften und geht davon aus, dass Lernen und Wohlbefinden eng zusammenhängen.

Bei positiver Pädagogik geht es nicht darum, immer fröhlich zu sein oder Probleme auszublenden. Im Gegenteil, es geht darum, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Schülerinnen und Schüler ihre Stärken entwickeln, mit Rückschlägen umgehen und das Gefühl haben, erfolgreich sein zu können. Gleichzeitig muss die Schule eine sichere, inklusive und anregende Lernumgebung bieten, in der Schülerinnen und Schüler Teilhabe und Zugehörigkeit erleben.

Die Forschung zeigt, dass Schülerinnen und Schüler besser lernen, wenn sie Motivation empfinden, ihre Arbeit als sinnvoll erleben und gute Beziehungen zu Lehrkräften und Mitschülerinnen und Mitschülern haben. Deshalb betont die positive Pädagogik sowohl die Qualität des Unterrichts als auch die persönliche Entwicklung der Schülerinnen und Schüler.

Einige wichtige Bestandteile der positiven Pädagogik sind:

  • Stärken – Schülerinnen und Schülern helfen, ihre Stärken zu entdecken, zu nutzen und weiterzuentwickeln.
  • Positive Beziehungen – sichere und respektvolle Beziehungen zwischen Schülerinnen und Schülern und Lehrkräften aufbauen.
  • Engagement und Motivation – einen Unterricht schaffen, der Neugier, Interesse und Lust am Lernen weckt.
  • Teilhabe und Mitbestimmung – Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geben, in ihrem eigenen Lernen aktiv zu sein.
  • Sinn und Ziele – Schülerinnen und Schülern helfen zu verstehen, warum sie lernen und wie das Wissen genutzt werden kann.
  • Resilienz und Coping – Strategien entwickeln, um mit Rückschlägen, Stress und Herausforderungen umzugehen.
  • Selbstvertrauen und Hoffnung – den Glauben an die eigene Fähigkeit und an die Zukunft stärken.
  • Eine positive Lernumgebung – eine Schulumgebung schaffen, in der sich sowohl Schülerinnen und Schüler als auch das Personal entwickeln und wohlfühlen können.

Die heutige Forschung beschreibt positive Pädagogik als mehr als einzelne Übungen oder Programme. Es geht um eine ganzheitliche Perspektive, bei der Unterricht, Beziehungen, Schulumgebung und Organisation gemeinsam sowohl zum Lernen als auch zum Wohlbefinden beitragen.

Pomelo beruht auf der positiven Pädagogik als Perspektive und stützt sich auf Forschung darüber, wie sowohl die Lernumgebung als auch die Stärken der Schülerinnen und Schüler entwickelt werden können, um Lernen, Wohlbefinden und psychische Gesundheit zu fördern.


Kern, M. L., & Wehmeyer, M. L. (Hrsg.). (2021). The Palgrave Handbook of Positive Education. Springer. https://doi.org/10.1007/978-3-030-64537-3