Zum Hauptinhalt springen

Metakognitive Fähigkeiten und selbstreguliertes Lernen

Metakognitive Fähigkeiten betreffen die Fähigkeit eines Menschen, über das eigene Denken nachzudenken. Metakognition bedeutet, dass die Schülerin oder der Schüler sich der eigenen Art zu lernen und der am Lernen beteiligten Prozesse bewusst ist. Sie umfasst sowohl das Wissen über das eigene Denken als auch die Fähigkeit, es zu steuern, indem man das eigene Lernen plant, überwacht und auswertet. Durch diese Prozesse können Schülerinnen und Schüler sich bewusst werden, wie sie am besten lernen, und ihre Strategien an die Anforderungen unterschiedlicher Aufgaben anpassen.

Eng mit der Metakognition verbunden ist das selbstregulierte Lernen, das beschreibt, wie Schülerinnen und Schüler ihr eigenes Lernen aktiv steuern, indem sie sich Ziele setzen, Strategien auswählen und anwenden, ihre eigene Entwicklung verfolgen und über ihre Ergebnisse reflektieren. Selbstreguliertes Lernen setzt somit voraus, dass Schülerinnen und Schüler ein Bewusstsein für ihr Lernen entwickeln und aktiv Verantwortung für ihren Wissenszuwachs übernehmen.

Die Forschung zeigt, dass metakognitive Strategien und selbstreguliertes Lernen große Bedeutung für das Lernen und die schulischen Leistungen von Schülerinnen und Schülern haben können. In einer experimentellen Studie von Arianto und Hanif (2024) wurde untersucht, wie sich ein Unterricht, der metakognitive Strategien einbezog, auf die Selbstwirksamkeit (self-efficacy) und die Problemlösungsfähigkeit von Schülerinnen und Schülern im naturwissenschaftlichen Bereich auswirkte. Die Studie umfasste 100 Schülerinnen und Schüler der 5. Klasse, aufgeteilt auf vier Gruppen mit jeweils etwa 25 Schülerinnen und Schülern. Zwei Gruppen dienten als Experimentgruppen und erhielten einen Unterricht, in den metakognitive Strategien integriert wurden, während zwei Gruppen als Kontrollgruppen dienten und einen eher traditionellen Unterricht ohne explizites Training der Metakognition erhielten.

In den Experimentgruppen erhielten die Schülerinnen und Schüler Unterstützung dabei, ihre Arbeit zu planen, sich selbst Fragen zu stellen, ihr Verständnis zu überwachen und ihr Lernen im Verlauf der Arbeit auszuwerten. Die Strategien wurden als natürlicher Bestandteil des Unterrichts und nicht als gesonderte Aktivität eingesetzt, was bedeutete, dass die Schülerinnen und Schüler kontinuierlich üben konnten, über ihr eigenes Denken zu reflektieren. In den Kontrollgruppen wurde der Lernprozess stärker von der Lehrkraft gesteuert, und die Schülerinnen und Schüler erhielten nicht die gleiche Möglichkeit zur systematischen Reflexion über ihr Lernen.

Die Ergebnisse zeigten, dass sowohl metakognitive Strategien als auch selbstreguliertes Lernen für das Lernen der Schülerinnen und Schüler von Bedeutung waren, jedoch auf etwas unterschiedliche Weise. Vor allem zeigte sich, dass Schülerinnen und Schüler, die mithilfe metakognitiver Strategien unterrichtet wurden, ein höheres Selbstvertrauen entwickelten als die Schülerinnen und Schüler in den Kontrollgruppen. Wenn die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit erhielten, ihr eigenes Lernen zu planen, zu überwachen und auszuwerten, wurde ihr Vertrauen in die eigene Fähigkeit gestärkt, schulische Aufgaben zu bewältigen. Die Studie zeigte außerdem positive Effekte auf die Problemlösungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler, was darauf hindeutet, dass metakognitive Strategien zu einem aktiveren und bewussteren Lernen beitragen können.


Arianto, F., & Hanif, M. (2024). Evaluating metacognitive strategies and self-regulated learning to predict primary school students' self-efficacy and problem-solving skills in science learning. Journal of Pedagogical Research, 8(3), 301–319. https://doi.org/10.33902/JPR.202428575