Schulklima und Wohlbefinden der Schüler
Wenn wir darüber nachdenken, was Schüler in der Schule gut fühlen lässt, denken wir leicht an das, was im Schüler geschieht: Motivation, Selbstwertgefühl, Stress oder die Fähigkeit, mit Gefühlen umzugehen.
Aber was wäre, wenn ein Teil der Antwort auch rund um den Schüler zu finden ist?
Was sagt die Forschung über Schulklima und das Wohlbefinden der Schüler?
Beim Schulklima geht es darum, wie es ist, Schüler an einer Schule zu sein. Es betrifft unter anderem Beziehungen, Sicherheit, Zugehörigkeit, Regeln und Normen – aber auch, wie der Unterricht und die Anforderungen der Schule erlebt werden.
Eine systematische Übersicht von 48 Studien zeigt ein deutliches Muster: Schüler, die ihr Schulklima als positiver erleben, haben tendenziell auch ein besseres Wohlbefinden. Besonders wichtig scheinen die Beziehungen zu Lehrkräften und Mitschülern zu sein, ebenso das Gefühl von Sicherheit und Zugehörigkeit in der Schule.
Das bedeutet nicht, dass eine gute Schule automatisch dafür sorgt, dass es allen Schülern gut geht. Das Befinden von Schülern wird von vielem beeinflusst, innerhalb wie außerhalb der Schule. Die Forschung zeigt, dass das soziale Umfeld der Schule damit zusammenhängt, wie es Schülern geht – und dabei geht es um recht konkrete Dinge.
Eine Schülerin, die spürt, dass sich eine Lehrkraft um sie kümmert.
Eine Schülerin, die weiß, was gilt, und erlebt, dass Regeln gerecht angewendet werden.
Eine Schülerin, die spürt, dass sie zur Klasse gehört.
Eine Schülerin, die sich traut, sich zu melden, ohne Angst zu haben, sich zu blamieren.
Das mag nach Kleinigkeiten klingen. Aber zusammen schaffen sie etwas Größeres: ein Umfeld, in dem es leichter ist, sich sicher, beteiligt und motiviert zu fühlen.
Die Forschung zum Klassenklima weist in dieselbe Richtung. Eine Metaanalyse von 61 Studien mit fast 74.000 Schülern zeigte, dass ein positives Klassenklima unter anderem mit Motivation, Engagement, sozialer Kompetenz und Schulleistungen zusammenhing – und mit weniger emotionalem Stress und weniger Verhaltensproblemen.
Schulklima als gesundheitsfördernde Arbeit
Daraus ergibt sich ein wichtiger Gedanke für die Arbeit der Schule mit psychischer Gesundheit. Über das Vermitteln von Strategien für Stress, Gefühle und Rückschläge hinaus kann die Schule Umgebungen schaffen, in denen Schüler weniger davon unnötig bewältigen müssen.
Umgebungen, in denen Erwachsene berechenbar sind und Schüler sich gesehen fühlen. Umgebungen mit klaren Rahmen, in denen man verschieden sein darf. In denen man Fehler machen kann, ohne seinen Platz in der Gruppe zu verlieren.
Dann wird das Schulklima Teil der gesundheitsfördernden Arbeit der Schule. Schulklima ist die Summe vieler alltäglicher Erfahrungen, und genau deshalb lässt es sich so schwer in ein Programm fassen.
Was für ein Umfeld begegnet den Schülern jeden Tag? Das ist eine Frage, die eine Schule untersuchen und angehen kann.
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Aldridge, J. M., & McChesney, K. (2018). The relationships between school climate and adolescent mental health and wellbeing: A systematic literature review. International Journal of Educational Research, 88, 121–145. https://doi.org/10.1016/j.ijer.2018.01.012
Wang, M.-T., & Degol, J. L. (2016). School climate: A review of the construct, measurement, and impact on student outcomes. Educational Psychology Review, 28, 315–352. https://doi.org/10.1007/s10648-015-9319-1