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Das Gefühl, in der Schule dazuzugehören

Es besteht ein großer Unterschied zwischen dem Dasein in der Schule und dem Gefühl, in der Schule dazuzugehören. Man kann jeden Tag in derselben Klasse sitzen und sich dennoch ausgeschlossen fühlen. Man kann Freunde haben und dennoch das Gefühl haben, nicht richtig hineinzupassen.

Man kann auf dem Papier Teil der Schule sein – ohne sich als Teil der Gemeinschaft zu fühlen.

Was sagt die Forschung über das Gefühl der Zugehörigkeit in der Schule?

Die Verbundenheit mit der Schule und das Gefühl der Zugehörigkeit haben sich als wichtige Bestandteile des Schulklimas erwiesen. Die Forschung weist darauf hin, dass Schüler, die eine stärkere Zugehörigkeit zu ihrer Schule empfinden, tendenziell auch ein besseres psychisches Wohlbefinden haben.

Eine systematische Übersichtsarbeit von 48 Studien fand, dass Zugehörigkeit und Verbundenheit mit der Schule mit weniger Problemen des Wohlbefindens und weniger Risikoverhalten einhergingen.

Eine spätere systematische Übersicht von 86 Studien geht näher darauf ein, wovon diese Zugehörigkeit ihrerseits beeinflusst wird – unter anderem von Beziehungen, dem Schulumfeld und den Möglichkeiten der Schüler zur Mitgestaltung.

Zugehörigkeit entsteht im Alltag

Das ist deshalb interessant, weil Zugehörigkeit selten durch eine einzelne Aktivität entsteht.

Sie entsteht im Alltag.

Wenn eine Lehrkraft sich daran erinnert, was du letzte Woche erzählt hast.

Wenn jemand fragt, ob du mitmachen willst.

Wenn deine Ideen tatsächlich ernst genommen werden.

Wenn es in Ordnung ist, anders zu sein.

Wenn Erwachsene zeigen, dass sie dir Erfolg zutrauen.

Und wenn du spürst, dass du einen Platz in der Gruppe hast, auch an den Tagen, an denen nicht alles gut läuft.

Das bedeutet auch, dass es bei der Arbeit an Zugehörigkeit nicht nur um Schüler geht, die sich bereits ausgeschlossen fühlen. Es geht darum, eine Schule zu schaffen, in der möglichst viele Schüler immer wieder die Erfahrung machen, für andere und im Ganzen von Bedeutung zu sein.

Es besteht ein wichtiger Unterschied zwischen „Du darfst mitmachen“ und „Du gehörst zu uns“.

Das Erste ist eine Erlaubnis.

Das Zweite ist Zugehörigkeit.

Und vielleicht ist gerade deshalb das Schulklima so wichtig für die psychische Gesundheit. Wir Menschen brauchen nicht nur Wissen und Sicherheit. Wir müssen auch spüren, dass wir dazugehören.

Die Forschung kann nicht sagen, dass ein Gefühl der Zugehörigkeit allein einen Schüler vor psychischen Belastungen schützt. Aber die Gesamtheit der Erkenntnisse weist darauf hin, dass die Verbundenheit mit der Schule ein wichtiger Schutzfaktor ist und dass das Beziehungsumfeld der Schule für das Wohlbefinden der Schüler eine Rolle spielt.

„Hast du das Gefühl, hier dazuzugehören?“

Das ist eine der wichtigsten Fragen, die eine Schule einem Schüler stellen kann.

Möchten Sie mehr lesen?

Aldridge, J. M., & McChesney, K. (2018). The relationships between school climate and adolescent mental health and wellbeing: A systematic literature review. International Journal of Educational Research, 88, 121–145. https://doi.org/10.1016/j.ijer.2018.01.012

Allen, K.-A., & Dong, S. (2026). The science of belonging: Exploring the concept, drivers, barriers and evidence-based solutions to cultivate belonging in K–12 education. International Baccalaureate Organization.