Sicherheit in der Schule
Für manche Schüler bedeutet Sicherheit, nicht schikaniert oder gemobbt zu werden. Für andere kann sie bedeuten, zu wissen, was geschehen wird, die Regeln zu verstehen oder zu spüren, dass ein Erwachsener eingreift, wenn etwas schiefgeht.
Was sagt die Forschung über Sicherheit in der Schule?
Die Forschung zeigt, dass das Erleben von Sicherheit in der Schule eng mit der psychischen Gesundheit der Schüler zusammenhängt. Eine systematische Übersicht von 43 Studien zeigte, dass Schüler, die sich in der Schule nicht sicher fühlten, häufiger psychische Probleme hatten, darunter depressive Symptome und suizidbezogenes Verhalten. Sich unsicher zu fühlen war zudem mit Erfahrungen verbunden, etwa Mobbing ausgesetzt zu sein.
Zugleich ist es wichtig zu verstehen, was Sicherheit tatsächlich bedeutet. Sicherheit ist nicht nur das Ausbleiben schwerwiegender Vorfälle. Sie kann auch das Gefühl sein zu wissen, was gilt: dass Regeln klar sind und Erwachsene handeln, wenn jemand eine Grenze überschreitet, dass diese Regeln gerecht und berechenbar angewendet werden und dass der Schüler weiß, an wen er sich wenden kann, wenn etwas passiert.
In der Forschung zum Schulklima sehen wir außerdem, dass das Erleben von Sicherheit und Gerechtigkeit mit dem Wohlbefinden der Schüler zusammenhängt.
Die Regel sagt mehr als die Regel
Damit wird Sicherheit zu mehr als einer Frage der Ordnung.
Eine klare Regel kann zum Beispiel zwei Funktionen erfüllen. Sie kann einem Verhalten eine Grenze setzen, aber auch signalisieren:
„Hier übernehmen wir Verantwortung füreinander.“
Wenn ein Erwachsener bei Übergriffen eingreift, geht es nicht nur um die konkrete Situation. Es kann auch bei den anderen Schülern eine Erfahrung schaffen:
„Wenn mir etwas passiert, wird jemand handeln.“
Das ist ein wichtiger Teil eines sicheren Schulklimas.
Zugleich sollten wir nicht glauben, dass es eine einfache Lösung gibt. Das Sicherheitserleben von Schülern wird von Beziehungen, Mobbing, den Regeln der Schule, der räumlichen Umgebung und vielen weiteren Faktoren beeinflusst. Die Forschung zeigt auch, dass wir besser verstehen müssen, wie verschiedene Teile des Schulumfelds zusammen auf Sicherheit und psychische Gesundheit wirken.
Warum das zum Bildungsauftrag gehört
Der Grundgedanke ist einfach: Eine Schülerin, die sich sicher fühlt, muss nicht so viel Energie darauf verwenden, auf der Hut zu sein. Diese Energie kann stattdessen ins Lernen, ins Spielen, in Beziehungen oder in den Versuch fließen, etwas Schwieriges zu wagen.
Sicherheit kann daher nicht etwas sein, das neben dem Bildungsauftrag der Schule steht, sondern ist eine seiner Voraussetzungen.
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Mori, Y., Tiiri, E., Khanal, P., Khakurel, J., Mishina, K., & Sourander, A. (2021). Feeling unsafe at school and associated mental health difficulties among children and adolescents: A systematic review. Children, 8(3), 232. https://doi.org/10.3390/children8030232
Aldridge, J. M., & McChesney, K. (2018). The relationships between school climate and adolescent mental health and wellbeing: A systematic literature review. International Journal of Educational Research, 88, 121–145. https://doi.org/10.1016/j.ijer.2018.01.012